Ukraine-Krise: Russischer Hilfskonvoi überquert Grenze ohne Erlaubnis


Russische Lkw mit Hilfsgütern (Archivbild): Nach einwöchiger Pause ist der Konvoi nun unterwegs

Moskau – Eine Woche lang harrte der Konvoi mit 287 Trucks vor der ukrainischen Grenze aus, die geladenen Hilfsgüter wurden kontrolliert. Nun ist die Kolonne mehreren Quellen zufolge auf dem Weg nach Luhansk. Das meldet das russische Außenministerium und warnt davor, die Weiterfahrt der Lastwagen zu stören. Alle “Ausflüchte” der Ukraine, den Konvoi aufzuhalten, seien widerlegt, erklärte Moskau.

Deswegen habe die russische Regierung den Hilfskonvoi auch ohne das Einverständnis Kiews losgeschickt. Nach wochenlangem Streit mit Kiew wolle man nicht mehr auf das Einverständnis des Roten Kreuzes und der prowestlichen Führung der Ukraine warten. “Wir ertragen die offenen Lügen und die Weigerung, eine Einigung zu erzielen, nicht länger – Russland hat beschlossen, zu handeln”, teilte das Außenministerium in Moskau am Freitag mit. “Unser humanitärer Hilfskonvoi startet in Richtung Luhansk.” Präsident Wladimir Putin sei darüber unterrichtet worden, zitierte die Nachrichtenagentur Ria Nowosti Putins Sprecher.

Ein Journalist der Nachrichtenagentur AP bestätigt, erste Lastwagen hätten die Grenze zur Ukraine überquert. Auch ein Augenzeuge, den die Nachrichtenagentur Reuters zitiert, bestätigt die Weiterfahrt Dutzender Fahrzeuge.

Ein Sprecher der prorussischen Kämpfer erklärte gegenüber der Agentur Interfax: “Wir sind für die Sicherheit des humanitären Konvois und der Begleitpersonen zuständig. Die Kolonne fährt unter unserem Schutz.” Ein weiterer Augenzeuge bestätigte der Agentur Reuters, der Konvoi werde von prorussischen Rebellen begleitet.

Auch das Internationale Rote Kreuz (IRK) bestätigt auf Twitter, dass die Lkw auf dem Weg in die Ukraine seien. “Wir eskortieren sie wegen der unberechenbaren Sicherheitssituation nicht”, schreibt das IRK. Die Mitarbeiter hätten keine ausreichenden Garantien der Konfliktparteien erhalten. Das IRK-Team in Luhansk berichte von schweren Gefechten in der Nacht.

Bereits am Donnerstag meldete das Rote Kreuz, der Konvoi sei bereit abzufahren: “Die Zollbehörden haben mit der Inspektion begonnen, die Lastwagen sollten morgen rollen”, sagte eine Sprecherin. Andrej Lyssenko vom ukrainischen Sicherheitsrat sagte örtlichen Medien zufolge, die Route zur Verteilung der Hilfsgüter sei beschlossen. Erste Lastwagen standen bereits am Mittwochabend im russischen Zollbereich.

Die Gewalt in der Ostukraine geht weiter: Regierungstruppen und prorussische Separatisten lieferten sich heftige Gefechte mit zahlreichen Toten. Der Sicherheitsrat in Kiew sprach von mindestens fünf getöteten Soldaten. Die prorussischen Aufständischen in Donezk berichteten von starkem Artilleriebeschuss durch das Militär. Die Separatisten behaupten außerdem, erneut drei ukrainische Militärmaschinen abgeschossen zu haben. Sie nehmen seit Wochen Flugzeuge der ukrainischen Luftwaffe ins Visier.

Entspannung sollen mehrere hochrangige Krisentreffen in den kommenden Tagen bringen. Kanzlerin Angela Merkel will am Samstag in Kiew mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko über mögliche Unterstützung sprechen. Militärische Hilfe schließt die Bundesregierung dabei aus.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / შეცვლა )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / შეცვლა )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / შეცვლა )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / შეცვლა )

Connecting to %s