Tote bei Zusammenstößen in Ostukraine


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Bei dem massiven Polizeieinsatz gegen prorussische Separatisten in Slawjansk hat es laut dem ukrainischen Innenminister Arsen Awakow Tote und Verletzte gegeben. Die prowestliche Führung in Kiew befahl das Vorrücken der Spezialeinheiten, nachdem bewaffnete Gruppen im ostukrainischen Slawjansk mehrere Verwaltungsgebäude besetzt hatten.

“Es wurden Kräfte aus allen Landesteilen herangezogen”, teilte Awakow auf seiner Facebook-Seite mit. Auf Regierungsseite sei mindestens ein Offizier getötet, fünf weitere Menschen seien verletzt worden. Auf der Gegenseite habe es eine unbekannte Zahl an Opfern gegeben. Awakow warf den Separatisten vor, Zivilisten als “lebende Schutzschilde” zu missbrauchen.

Detaillierte unabhängige Berichte zu den Zusammenstößen gab es zunächst nicht. Nach Informationen von ARD-Korrespondent Norbert Hahn hatten Militärhubschrauber die Spezialeinheiten in der Stadt abgesetzt, wo diese sich dann heftige Kämpfe mit den Separatisten lieferten. Auf pro-russischer Seite hätten offenbar auch sogenannte Berkut-Einheiten gekämpft, sagte Hahn. Die Berkut war eine paramilitärische Spezialtruppe unter dem geflohenen Ex-Präsidenten Viktor Janukowitsch. Awakow hatte nach dem Machtwechsel in Kiew ihre Auflösung verfügt.

Augenzeugen zufolge stand Rauch über Slawjansk; die Demonstranten hätten Barrikaden aus Autoreifen angezündet, hieß es. Die rund 100.000 Einwohner der Stadt wurden aufgerufen worden, ihre Wohnungen nicht zu verlassen und sich von Fenstern fernzuhalten. Ein Sprecher der Separatisten sagte dem russischen Staatsfernsehen, man werde nicht aufgeben. Die pro-russische Seite bestätigte laut Reuters ein Todesopfer in ihren Reihen, zudem gebe es zwei Verletzte.

Pro-russische Aktivisten hatten gestern Kontrollposten rund um die Stadt errichtet und das Polizeipräsidium und die Zentrale des Geheimdienstes gestürmt. Auf dem Rathaus hissten die Besetzer die russische Flagge. Durch den Einsatz von Tränengas und Rauchgranaten wurden mindestens drei Menschen verletzt. Awakow hatte bereits da eine “sehr harte Reaktion” angekündigt. Aktivisten hätten in Slawjansk zudem Hunderte Waffen erbeutet, meldete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die Polizei.

Auch in anderen Städten der Ostukraine war die Lage eskaliert. Russlands Außenminister Sergej Lawrow wies den Vorwurf, dass Moskau hinter dem Aufstand stehe, jedoch in einem Telefonat mit seinem US-Kollegen John Kerry zurück. Die schwere Krise sei von der “unfähigen” Regierung in Kiew hervorgerufen worden, sagte Lawrow nach Angaben der Agentur Itar-Tass. Die ukrainische Führung ignoriere die Rechte der russischsprachigen Bürger. Er warnte die Regierung in Kiew vor einem bewaffneten Einsatz im Osten der Ukraine.

Auf den Einsatz der ukrainischen Spezialtruppen gibt es bislang keine Reaktion aus Moskau.

Besorgt über die Entwicklung in der Ostukraine zeigte sich Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen. “Wir erleben eine abgestimmte Gewaltaktion von pro-russischen Separatisten, die darauf zielt, die Ukraine zu destabilisieren”, sagte der Däne.

Er zog Parallelen zu den Ereignissen auf der Halbinsel Krim, die sich mittlerweile von der Ukraine losgesagt hat. Die pro-russischen Kämpfer in Städten wie Slawjansk trügen die gleichen Uniformen ohne Abzeichen wie damals auf der Krim. Und sie verfügten ebenfalls über spezielle russische Waffen.

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