Wie viele Truppen stehen an der Grenze?


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Nach der Krim ist der Osten der Ukraine die Region, die Beobachter als das nächste mögliche Ziel einer Annexion durch Russland ausgemacht haben. Seit Wochen gibt es dort pro-russische Demonstrationen und Forderungen nach einem Unabhängigkeitsreferendum wie auf der Schwarzmeer-Halbinsel. Immer wieder war zuletzt im Westen von einer Großzahl russischer Truppen die Rede, die Moskau nahe der Grenze zur Ukraine stationiert habe.

Nun hat die NATO Satellitenaufnahmen vorgelegt, die diese Behauptungen beweisen sollen. In ihrem Hauptquartier im belgischen Mons präsentierte der Chef des NATO-Zentrums für Krisenmanagement, Brigadegeneral Gary Deakin, Bilder vom ukrainisch-russischen Grenzgebiet mit Panzer- und Transportfahrzeugen sowie Hubschraubern der russischen Armee. Zwischen 35.000 und 40.000 russische Soldaten seien dort zumeist provisorisch in mehr als hundert Stützpunkten stationiert, sagte Deakin. Die Einheiten seien “bereit, sich schnell in Marsch zu setzen”. Weiter sprach er von einer “Bedrohung für die Ukraine”, auch wenn die Absichten der Russen nicht bekannt seien. Die von der NATO veröffentlichten Fotos seien Ende März und Anfang April aufgenommen worden.

Genau das bestreitet Moskau: “Auf den Bildern sind Einheiten des Südlichen Wehrbezirks zu sehen, die im Sommer 2013 geübt haben. Damals fanden auch im Raum der ukrainischen Grenze Manöver statt”, sagte ein Offizier des Generalstabs in Moskau der Staatsagentur Ria Nowosti. Russlands stellvertretender Verteidigungsminister Anatoli Antonow wies die Informationen der NATO als “Gruselgeschichte” zurück. Sein Ministerium warf der NATO vor, sich den Konflikt als Beweis für seine Existenzberechtigung zunutze zu machen.

Rasmussen: Keine Verfolgung von Russen in der Ukraine

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen warf der Regierung in Moskau unterdessen vor, falsche Informationen über eine angebliche Verfolgung von Russen in der Ukraine zu verbreiten. “Das ist nichts als Propaganda, die darauf abzielt, die ukrainische Regierung zu untergraben, die Wahrheit zu verdrehen und die Aufmerksamkeit von Russlands eigenen illegalen und illegitimen Aktionen abzulenken”, sagte Rasmussen bei einem Besuch in Prag.

Russland versuche, der Ukraine mit Gewalt seine Vorstellungen zu diktieren, unter anderem die Schaffung eines föderalen und neutralen Staates. “Das ist eine Entscheidung, die allein die Ukraine als souveräner Staat treffen kann”, sagte Rasmussen. Er warnte Moskau vor einem weiteren Truppenaufbau an der Grenze zur Ukraine. Ein Einmarsch in den Osten des Landes würde zur internationalen Isolierung Russlands und harten wirtschaftlichen Sanktionen führen.

 

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